Corestate: Hochverschuldeter Immobilienkonzern prüft Insolvenzantrag
Der Immobilienkonzern steckt nach zahlreichen Führungswechseln in den vergangenen Jahren, Missmanagement und dem Einbruch in der Immobilienwirtschaft tief in der Krise.
Foto: mauritius images / Timon Schneider / Alamy / Alamy Stock PhotosZürich, Frankfurt. Der Lage beim Immobilienkonzern Corestate spitzt sich zu: Das Management des Unternehmens warnte am Freitagabend, dass die Verhandlungen mit Gläubigern über die Sanierung des hochverschuldeten Konzerns „nicht mehr mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen sind.“
Der Vorstand gehe nun davon aus, dass am 28. November eine rund 200 Millionen schwere Anleihe zur Rückzahlung fällig werde. Vor diesem Hintergrund prüfe das Unternehmen die Insolvenzantragspflicht. Ein solcher Antrag könnte innerhalb eines Monats gestellt werden.
Dem Immobilienentwickler und Finanzierer waren zuletzt große Teile des Kerngeschäfts weggebrochen. Der Umsatz schrumpfte von knapp 157 Millionen Euro in den neun ersten Monaten 2021 auf rund 50 Millionen Euro. Der Verlust in den ersten drei Quartalen 2022 belief sich auf 582 Millionen Euro, weil Corestate im großen Stil Abschreibungen auf den bilanzierten Wert von Tochterfirmen vornehmen musste.
Corestate-Management glaubt nicht an Einigung mit Gläubigern
Die Nettoschulden wuchsen auf über 556 Millionen Euro. Monatelang hatte das Corestate-Management mit Gläubigern zweier Anleihen verhandelt, die dem Unternehmen insgesamt rund 500 Millionen Euro geliehen hatten.